Freifunk allgemein
Wo stehen schon Freifunk-Router?
Schau auf der Karte nach. Gibt es in deiner Nachbarschaft noch keinen, kann deiner der erste sein.
Warum ist das alles kostenlos? Wo ist der Haken?
Freifunk ist eine gemeinschaftliche Bewegung, die einen freien Netzzugang als Grundlage einer offenen Gesellschaft sieht. Es gibt keine Anmeldung und keine Kundendaten. Die Server finanziert der Verein aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen, die Router stellen Menschen wie du auf.
Was ist das Pico Peering Agreement?
Das Pico Peering Agreement (PPA) ist eine kurze Vereinbarung, die sich die Freifunk-Communities als gemeinsame Leitlinie gegeben haben: Was Freifunk sein soll und was man von einem Freifunk-Netz erwarten kann. Wer einen Router ins Netz stellt, sagt damit im Kern dreierlei zu:
- Freier Transit: Daten werden durchgeleitet, ohne sie zu verändern oder zu bevorzugen.
- Offene Kommunikation: Was man braucht, um sich mit dem Netz zu verbinden, ist offen beschrieben, und es gibt eine erreichbare Kontaktadresse.
- Keine Garantie: Freifunk ist ehrenamtlich. Niemand verspricht einen bestimmten Dienst, und der Betrieb kann sich jederzeit ändern.
Vereine und Aktive im Freifunk sollen sich diesen Grundsätzen verpflichtet sehen, wir als Förderverein auch. Den Wortlaut auf Deutsch gibt es auf picopeer.net.
Wie definiert sich Freifunk denn genau?
Das gemeinsame Selbstverständnis steht im Memorandum of Understanding von freifunk.net. Es stammt von 2015 und gilt bis heute. Darin steht, was „frei“ heißt: öffentlich und ohne Anmeldung zugänglich, nicht kommerziell, und was durch das Netz geht, wird weder eingesehen noch verändert oder zensiert. Außerdem beschreibt es die Ziele (freien Zugang fördern, Menschen zum Selbermachen ermutigen) und wie die Communities arbeiten: dezentral, mit flachen Hierarchien und auf Grundlage des Pico Peering Agreements.
Warum gibt es keine Anmeldeseite und kein Passwort?
Weil Freifunk für alle offen ist: verbinden und lossurfen. Wer eine verschlüsselte Verbindung möchte, nimmt das Netz Freifunk verschluesselt, siehe unten.
Muss ich als Routerbetreiber Angst vor Abmahnungen haben?
Kurz: Nein. Der Internetverkehr der Nutzenden geht nicht über deinen Anschluss ins Internet, sondern zu unseren Servern und von dort über den Internet-Ausgang des Freifunk Rheinland e.V. Nach außen erscheint also nicht deine Adresse. Seit es den Neanderfunk gibt, also rund zehn Jahre, hat niemand von den Hunderten Routerbetreibenden eine Abmahnung bekommen.
Was ist von meinem Router öffentlich zu sehen?
Auf der Karte stehen Name, Standort (wenn du ihn veröffentlichst) und die Kontaktangabe, dazu Modell, Firmware, Laufzeit und wie viele Geräte verbunden sind. Was die Nutzenden im Netz tun, sieht dort niemand. Ein privates WLAN auf dem Router taucht nur als „an“ oder „aus“ auf, sein Name nicht.
Mein Router
Wie ändere ich später etwas an meinem Router?
Im Betrieb zeigt der Router nur eine Statusseite. Für Änderungen hältst du die Taste am laufenden Router etwa 10 Sekunden gedrückt. Er startet dann in den Einrichtungsmodus, die Betriebs-LED blinkt langsam. Dann erreichst du die Einrichtungsseite per Kabel unter http://192.168.1.1 (http://, nicht https://) oder, sobald die LED langsam blinkt, nach einem kurzen Tastendruck über das offene WLAN setup.gluon_ mit vier Zeichen dahinter, etwa setup.gluon_4830, unter http://setup.gluon. Deine Einstellungen bleiben dabei erhalten. Die ganze Anleitung, auch für automatische Updates, andere Firmware und Geräte ohne Taste: Einrichtungsmodus: Einstellungen am Router ändern.
Welchen Router soll ich kaufen?
Passende Router findest du auf routerwahl.ffnef.de, mehr dazu unter Welchen Router kaufen?, die Anleitung unter Router einrichten. Gebrauchte Router haben wir manchmal abzugeben, frag einfach.
Mein WLAN heißt plötzlich FF_Offline_…. Was ist los?
Dein Router hat gerade keine Verbindung ins Freifunk-Netz, weder über das Internet noch über Nachbarrouter. Prüfe das Kabel zum Internetrouter und ob der Internetanschluss läuft. Hängt der Router in einem Gastnetz oder hinter einer Firewall, steht unter Gastnetz und Firewall, was freigegeben sein muss. Kommt die Verbindung zurück, heißt das WLAN von selbst wieder Freifunk. Was Leute am Router dann sehen und wie sie eine Störung melden: Freifunk da, aber kein Internet?
Warum ist mein Router nicht auf der Karte?
Auf der Karte erscheint er nur mit Koordinaten und wenn „Position veröffentlichen“ angehakt ist. Nach dem ersten Start dauert es einige Minuten. Ist er offline, zeigt die Karte ihn nach einer Weile als ausgefallen.
Wie kommen Updates auf meinen Router?
Von selbst: Neue Firmware holt sich der Router automatisch, deine Einstellungen bleiben dabei erhalten. Bitte lass die automatischen Updates eingeschaltet. Nur so bekommt der Router Fehlerbehebungen und Sicherheitsupdates.
Hast du sie ausgeschaltet, schalte sie im Einrichtungsmodus unter „Erweiterte Einstellungen“ → „Automatische Updates“ wieder ein. Auch ein Router, der lange vergessen in der Schublade lag, kommt so in aller Regel direkt auf den aktuellen Stand.
Mein Router ist alt. Bekommt er noch Updates?
Router mit nur 4 MB Flash und 32 MB Arbeitsspeicher bekommen keine neuen Versionen mehr. Router mit 64 MB Arbeitsspeicher laufen noch, verzichten aber auf einzelne Funktionen. Wenn du ohnehin ersetzt: Nimm ein Gerät mit mindestens 128 MB Arbeitsspeicher.
Hast du noch einen ganz alten Router mit 4 MB Flash und 32 MB Arbeitsspeicher in Betrieb? Dann tauschen wir ihn gegen einen Genexis EX400. Schreib uns an projekt@neanderfunk.de.
Wo finde ich Freifunk in meiner Nähe?
Schau auf der Karte. Sie zeigt aber nur Router, deren Betreibende den Standort veröffentlicht haben, und das ist gut die Hälfte. Wo die Karte leer ist, kann es also trotzdem Freifunk geben.
Wer selbst Router aufstellt, sieht mit der Android-App NodeMonitor jeden Freifunk-Router in Funkreichweite, ohne sich zu verbinden. Praktisch beim Aufstellen und um zu prüfen, ob ein Router noch läuft. Für iPhones gibt es so etwas nicht, weil iOS Apps nicht nach WLANs suchen lässt.
Wie viel von meiner Internetleitung nutzt Freifunk?
Nur so viel, wie die Leute am Router gerade brauchen. Wenn du willst, kannst du im Einrichtungsmodus bei der Internetverbindung eine Bandbreitenbegrenzung einstellen.
Technik
Ist das Freifunk-WLAN verschlüsselt?
Das Netz Freifunk ist offen, wie in Cafés üblich. Router mit genug Arbeitsspeicher senden zusätzlich Freifunk verschluesselt: ohne Passwort, aber die Verbindung zwischen deinem Gerät und dem Router ist verschlüsselt. Ältere Handys und Laptops sehen dieses Netz eventuell nicht, dann nimm Freifunk.
2.4 GHz oder 5 GHz?
Jedes Gerät funkt auf 2.4 GHz, neuere auch auf 5 GHz, wo bei freier Sicht höhere Datenraten möglich sind. Freifunk-Router verbinden sich untereinander nur, wenn beide im selben Band funken. Die meisten Router können heute beides.
Können mehrere Freifunk-Router miteinander verbunden werden?
Ja, per Funk oder per Kabel. Per Funk passiert das von selbst. Per Kabel verbindest du die Router über ihre LAN-Anschlüsse; bei neueren Routern kannst du im Einrichtungsmodus unter „Ports“ für jeden Anschluss festlegen, wofür er da ist. Natürlich kann auch jeder Router für sich über einen eigenen Internetanschluss ins Netz.
Kann ich den Freifunk-Router über mein privates WLAN anbinden?
Mit unserer Firmware nicht. Das Funkmodul müsste gleichzeitig Freifunk senden und dein privates WLAN empfangen, das kostet doppelt Funkzeit und geht nur auf demselben Kanal. Besser: einen Freifunk-Router dorthin, wo es ein Netzwerkkabel gibt, und einen zweiten am gewünschten Ort. Die beiden verbinden sich per Funk, ganz ohne Einstellungen, und das hält auch über Updates.
Welche Firmware passt zu meinem Ort?
Jede Stadt oder Region hat ihre eigene Firmware, eine sogenannte Domain. Auf routersoftware.ffnef.de wählst du deshalb Router und Ort. Die Images mit -key im Namen sind nur nach Absprache mit uns gedacht.
Wo finde ich mehr Technik?
Anleitungen zu Spezialfällen sammeln wir in freifunk-docs, die Quelltexte unserer Firmware liegen auf github.com/Neanderfunk. Fragen gern an projekt@neanderfunk.de.