Ihr steht vor einem Freifunk-Router und wollt wissen, wie es ihm geht? Mit der Android-App NodeMonitor seht Ihr das direkt vor Ort, ohne Euch zu verbinden, ohne Passwort, ohne Laptop. Und ohne auf die Karte zu warten.
- Nach einem Umbau gleich sehen, ob alles läuft. Router umgehängt, Kabel getauscht, neu gestartet? Bis die Router sich wieder auf der Karte melden, vergehen 5 bis 12 Minuten. In der App seht Ihr sie, sobald ihr WLAN wieder sendet.
- Wissen, welcher Router vor Euch hängt. Die App zeigt den Namen jedes Routers in Reichweite. So ordnet Ihr Router zu, auch wenn sie auf der Karte keinen Standort haben.
- Offline-Router finden und gleich sehen, woran es liegt. Ein Router, der auf der Karte fehlt, in der App aber auftaucht, hat Strom und sendet. Ob ihm der Weg ins Internet fehlt, ob er keine Nachbarn hat oder ob er gerade immer wieder neu startet, zeigt die App an Ort und Stelle.
Wie geht das?
Jeder WLAN-Router sendet ständig ein kurzes Signal, damit Handys sein WLAN in der Netzliste anzeigen können. Unsere Freifunk-Firmware hängt an dieses Signal ein paar Angaben über den Router an, auf 2.4 und 5 GHz. NodeMonitor liest sie aus der ganz normalen WLAN-Suche des Handys. Der Router frischt die Angaben alle 30 Sekunden auf.
Was die App zeigt
Die Liste zeigt jeden Router in Reichweite mit einem Zeichen:
- Grüner Haken, „Alles in Ordnung“: Der Router findet den Weg ins Internet.
- Warnzeichen, „Keine Direkte Internetverbindung“: Der Router kennt andere Freifunk-Router, findet aber keinen Weg ins Internet.
- Rotes Kreuz, „Aktion erforderlich“: Der Router ist allein: kein Weg ins Internet, keine anderen Freifunk-Router.
Tippt Ihr auf einen Router, seht Ihr die Einzelheiten:
- Name: der Name des Routers, wie auf der Karte.
- Knoten-ID: die Kennung des Routers.
- Zuletzt gesehen: wann Euer Handy ihn zuletzt empfangen hat.
- Laufzeit: seit wann der Router läuft. Sehr kurz heißt: Er ist gerade neu gestartet.
- Community: zu welchem Freifunk-Gebiet der Router gehört.
- Systemlast: wie beschäftigt der Router ist. Dauerhaft hoch ist ein Warnzeichen.
- Firmware: welche Firmware läuft.
- VPN: „Verbunden“ heißt, der Router hat über seine eigene Internetleitung Verbindung zum Freifunk-Netz. „Nicht Verbunden“ ist normal, wenn er nur über benachbarte Router ins Netz kommt. Dann zählt die Zeile Gateway.
- Gateway: wie gut der Router den Weg ins Internet erreicht, egal ob über eine eigene Internetleitung oder über benachbarte Freifunk-Router. Grob gilt: Ab etwa 80 % ist es gut, unter etwa 40 % wackelig. „Nicht Erreichbar“ heißt: kein Weg ins Internet.
- Nachbarn: wie viele direkte Verbindungen er zu anderen Freifunk-Routern hat. Wer auf 2.4 und 5 GHz zu hören ist, zählt doppelt.
- Knoten im Netz: wie viele Freifunk-Router er insgesamt kennt.
- Clients: wie viele Geräte gerade direkt an diesem Router hängen.
Wo der Router steht, sendet er nicht.
Zwei unserer Testrouter im Vergleich: Der erste hängt selbst am Internet und hat 11 Nachbarn. Dem zweiten fehlt jede Verbindung. Die App zeigt ihn trotzdem, denn er läuft und sendet. Seine Laufzeit von gut zwei Stunden sagt auch: Er startet nicht ständig neu, ihm fehlt nur das Netz.
Auch vor dem Aufstellen
Mit dem Handy an der geplanten Stelle seht Ihr, welche Freifunk-Router dort zu empfangen sind und wie gut sie ans Internet kommen. Das hilft beim Suchen eines guten Platzes.
Früher stand da „Nicht Erreichbar“?
Wer NodeMonitor schon einmal ausprobiert hat, hat vielleicht gestutzt: Bei Routern, die nur über ihre Nachbarn ins Netz kommen, stand bis September immer „Nicht Erreichbar“, und die Zahl der Knoten im Netz war viel zu hoch. Das lag an der Firmware, nicht an Eurem Router. Seit dem Update im September stimmen beide Werte. Schaut also ruhig noch einmal hin.
Welche Router machen mit?
Alle Router mit unserer aktuellen Firmware, mit drei Ausnahmen:
- Router mit wenig Arbeitsspeicher (64 MB), zum Beispiel TP-Link Archer C50 v3, Archer C20i, TL-WR1043ND oder Netgear R6120. Dort brauchen wir den Speicher für Wichtigeres.
- sehr alte Router, die keine neue Firmware mehr bekommen
- Router ohne WLAN
Was Ihr braucht
Ein Android-Handy ab Android 11. Die App fragt nach dem Standort, und der Standort muss eingeschaltet sein. Das verlangt Android für jede App, die nach WLANs sucht. Auf dem iPhone geht es leider nicht, weil iOS Apps keinen Zugriff auf diese Angaben gibt.
Die App gibt es im Play Store, den Quelltext auf GitHub.
Die Angaben kommen nicht im Sekundentakt: Der Router frischt sie alle 30 Sekunden auf, und Android lässt Apps nur ab und zu nach WLANs suchen. Dafür reicht der Empfang oft weiter, als eine brauchbare Verbindung reichen würde.
Übrigens: Diese Angaben kann jeder in Funkreichweite lesen. Es ist ungefähr das, was ohnehin auf unserer Karte steht.
Fragen oder Beobachtungen? Schreibt uns an projekt@neanderfunk.de.


