Autos funken, das WIR-Haus hört zu: Wülfrath auf der OpenTrafficMap

Seit Ende Mai hängt am Antennenmast auf dem WIR-Haus in Wülfrath ein kleiner Empfänger für die OpenTrafficMap. Er hört, ob Autos in der Umgebung Car2X-Nachrichten aussenden, und gibt sie an die Karte weiter.

Antennenmast auf dem Dach mit Außen-Accesspoint und Rundstrahlantennen vor blauem Himmel
Der Mast auf dem WIR-Haus am Installationswochenende

Was ist Car2X?

Manche neueren Autos können per Funk mitteilen, wo sie sind, wohin sie fahren und wie groß sie sind. Gedacht ist das für andere Fahrzeuge und für die Verkehrstechnik am Straßenrand. Gefunkt wird auf 5.9 GHz mit einer eigenen WLAN-Variante (ITS-G5).

Die OpenTrafficMap sammelt solche Nachrichten von Empfängern, die Freiwillige aufstellen, und zeigt die Fahrten als Spuren auf einer Karte. Seit dem Aufbau sind dort auch Fahrten rund um Wülfrath zu sehen.

Und der Datenschutz?

In den Autos, die wir bisher gesehen haben, ist die Funktion ab Werk ausgeschaltet. Wer sie nutzen will, muss sie erst in den Einstellungen zur Privatsphäre einschalten. Außerdem wechselt die Funkadresse alle paar Minuten, ein bestimmtes Auto lässt sich so nicht einfach wiedererkennen. Es senden deshalb noch nicht viele Autos, aber es werden mehr.

Der Aufbau

Der Empfänger ist von Hand zusammengelötet:

  • ein ESP32-C5-Board, das 5.9 GHz empfangen kann,
  • eine kleine Netzwerk-Platine (W5500) für den Kabelanschluss,
  • ein PoE-Abgriff, der aus dem Netzwerkkabel 5 Volt macht. Ein einziges Kabel bringt also Strom und Daten aufs Dach.
Die beiden Platinen des Empfängers auf einem Holzbrett: oben die Netzwerk-Platine mit Buchse, unten das ESP32-C5-Board, verbunden über gelbe Litzen.
ESP32-C5 (unten) und W5500-Netzwerk-Platine (oben)

Zwei Platinen beim Verlöten: ein ESP32-C5-Board in einem kleinen Schraubstock, verbunden über viele gelbe Litzen mit einer Netzwerk-Platine. Darunter ein ausgedruckter Teil der Bauanleitung.
Verdrahten nach Anleitung: ESP32-C5 und Netzwerk-Platine

Als Gehäuse dient eine alte TP-Link CPE210. Für Freifunk ist sie nicht mehr zeitgemäß, für diesen Zweck reicht sie gut. Als Antenne genügt bisher die, die schon auf der Platine sitzt.

Das ausgeräumte weiße Gehäuse einer TP-Link CPE210 mit der Aufschrift #44AE, daneben die Elektronik des Empfängers mit Schrumpfschlauch und ein graues Netzwerkkabel.
Neues Innenleben für ein altes CPE210-Gehäuse

Die Software kommt unverändert vom OpenTrafficMap-Projekt, die Bauanleitung und Firmware liegen bei Codeberg. Wer mag, kann sich danach selbst einen Empfänger bauen.

Viel los auf dem Mast

Der Car2X-Empfänger ist nicht allein. Am selben Mast hängen Antennen für Flugzeuge (ADS-B, 1090 MHz), Schiffe (AIS, 162 MHz) und Wetterballons (Radiosonden, um 400 MHz), außerdem eine für LoRaWAN (868 MHz). Die Daten von Flugzeugen, Schiffen und Ballons gehen an sdrmap.org.

Was gerade rund um Wülfrath unterwegs ist, kannst du dir selbst ansehen: opentrafficmap.org

Fragen dazu oder Lust, selbst so etwas aufzubauen? Schreib uns an projekt@neanderfunk.de oder komm dienstags ins Neandergebastel. Gelötet wird auch in der Offenen Werkstatt im WIR-Haus.